Kein Geld für Mietze
Tierhilfe Kelheim bedroht durch die schlechte Kassenlage
Die Tierhilfe Kelheim schlägt Alarm. Das Geld wird allmählich knapp, weil die Kosten für die Behandlung beim Tierarzt immer mehr steigen.
Von Lucia Pirkl
Kelheim. 160000 Euro musste die Tierhilfe alleine im vergangenen Jahr für Tierarztbehandlungen ausgeben. Ein Jahr zuvor, 2006, waren es noch 30000 Euro weniger und vor fünf Jahren pendelten die Kosten immer so unter der 100000 Euro Marke. „Das waren Summen, die noch zu stemmen waren“, so Monika Pledl, die Vorsitzende der Tierhilfe Kelheim, „aber allmählich wird es wirklich eng.“
Denn die Kosten für tierärztliche Behandlungen sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Eine Tatsache, die auch die Tierärzte selbst nicht beeinflussen können, weil sie von der Gebührenordnung abhängig sind und deshalb einen bestimmten, vorgeschriebenen Satz verlangen müssen. Das Bundeskabinett will diese Gebührenordnung sogar noch weiter erhöhen.
Ein Aspekt, der nicht nur bei der Tierhilfe die Kassen arg belastet, sondern auch so manchem Tierhalter einiges abverlangt. „Die Tiere werden nicht mehr sterilisiert, weil es sich die Leute nicht mehr leisten können, sie werden zudem vermehrt ausgesetzt“, so Monika Pledl. Und landen dann wieder bei der Tierhilfe, die sich um immer mehr und immer heiklere Fälle kümmern muss. So wie vor kurzem, als ein Hausbesitzer seine zwei Leguane zurückließ. Die Tierhilfe hatte zwar die Polizei, nicht jedoch den Amtstierarzt sondern einen normalen Tierarzt konsultiert – und blieb so auf 600 Euro Behandlungskosten sitzen.
Nicht selten auch die Fälle, in denen Menschen anrufen und sagen: „Meine Katze hatte einen Unfall und muss nun operiert werden. Ich kann mir die Operation nicht leisten und spiele mit dem Gedanken, sie einschläfern zu lassen.“ „Wenn die anrufen und sowas sagen, dann hilft man natürlich, denn das belastet ja“, erzählt Pledl. Vermehrt kommt es auch vor, dass sich Menschen an sie wenden, die ein verletztes Tier am Wegrand gefunden haben. „Manches Mal merkt man dann an deren Verhalten, dass das ihr eigenes Tier ist. An den Kosten für die Behandlung wollen sich die Leute aber nicht beteiligen.“
Steigende Kosten bei gleichzeitig geringer werdender Einnahmequelle, ein echtes Problem für die Tierhilfe. So würden immer mehr ihre Mitgliedschaft kündigen, weil sie sich die 13 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr nicht mehr leisten können oder wollen. Auch die Einnahmen aus verkauften Losen gehen immer weiter zurück.
Eine Besserung sieht Monika Pledl derzeit nicht. „Die Situation ist sehr schwierig. Wir bemühen uns, unsere Aktivitäten auszuweiten, wollen vermehrt auf Märkte gehen und geben Katzen nicht mehr kostenlos ab.“ Früher war es nämlich üblich, dass Interessenten ein Tier abholen konnten, ohne einen Cent für die bereits durchgeführte Sterilisation beziehungsweise Kastration und Impfung zu zahlen. Das will Pledl ändern, denn „wer da nichts dafür zahlen möchte, der soll kein Tier nehmen, denn der wird auch später nicht dafür aufkommen können.“
Die Hoffnung will die Vereinsvorsitzende trotzdem nicht aufgeben: „Wir werden alles dafür tun, dass die Tierhilfe weiterhin besteht“, so Pledl, „wir werden eine Möglichkeit finden, vielleicht mithilfe von Privatpersonen, die sponsern.“
Wer der Tierhilfe mit einer Spende unter die Arme greifen möchte, kann bei der Sparkasse Kelheim, Bankleitzahl 75051565, Kontonummer 240 431 957 oder bei der Hypo-Vereinsbank, Bankleitzahl 75020073, Kontonummer 6759777 an die Tierhilfe Kelheim spenden. Wer will, kann auch der Tierhilfe als Mitglied beitreten. Infos bei Monika Pledl, unter Telefon (09441) 3332. |