"Ein Uhr Nachts"
Leihe mir ein kleines Kätzchen
Ich will dir ein kleines Kätzchen für eine Weile leihen hat Gott gesagt. Damit du es lieben kannst, solange es lebt und trauern, wenn es tot ist.
Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre, vielleicht auch nur zwei oder drei. Wirst du darauf aufpasen, für mich, bis ich es zurück rufe?
Sie wird dich bezaubern um dich zu erfreuen. Und sollte ihr Bleiben nur kurz sein, du hast immer die Erinnerung um dich zu trösten.
Ich kann dir nicht versprechen,daß sie bleiben wird, weil alles von der Erde zurückkehren muß, aber es gibt eine Aufgabe, die dieses Kätzchen lernen muß.
Ich habe auf der ganzen Welt nach dem richtigen Lehrer gesucht. Und von allen Menschen, die die Erde bevölkern hab ich dich auserwählt.
Willst du ihr all deine Liebe geben und nicht denken, daß deine Arbeit umsonst war? Und mich auch nicht hassen wenn ich das Kätzchen zu mir heim hole?
Mein Herz antwortete:
Mein Herr, dies soll geschehen. Für all die Freuden, die dieses Kätchen bringt werde ich das Risiko der Trauer eingehen.
Wir werden sie mit Zärtlichkeit beschützen und sie lieben, solange wir dürfen. Und für das Glück, das wir erfahren durften werden wir immer dankbar sein.
Aber solltest du sie früher zurückrufen, viel früher, als geplant, werden wir die tiefe Trauer meistern und versuchen, zu verstehen.
Wenn wir es mit unserer Liebe geschafft haben deine Wünsche zu erfüllen in Erinnerung an ihre süße Liebe. Bitte hilf uns in unserer Trauer.
Wenn unser geliebtes Kätzchen diese Welt verlässt, schicke uns doch bitte eine andere bedürftige Seele um sie ihr leben lang zu lieben.
(Autor unbekannt)
Kein umständlicher Hausgast, weiß sie Was sie will und bekommt es: Fressen, Polster, Kaminfeuer, Auslauf im Garten. Ich, ihr Nachtportier in den Stunden nach Mitternacht, Mach mir nicht die Mühe zu schimpfen, grimmig laß ich sie ein. Diesem kühlen Empfang begegnet sie schnurrend. Frißt sich satt und überlistet mich, Spielt Versteck im dunklen Haus.
Nur manchmal, wenn ich durch Zufall dem Blick Ihrer Bernsteinaugen begegne, der auf mir ruhen kann Wie auf einem Buchenstamm, auf Farnkraut oder Gras, Drängt es mich, die zwischen uns liegenden Jahre zu feiern, Die Ferne und die Nähe: Meine Finger streicheln leicht ihren Kopf. Dieser Zärtlichkeit entgegnet sie schnurrend.
Menschen
Armes Tierchen - kleine Seele! Tränen sitzen in der Kehle wenn ich an sie alle denke, die da einsam auf den Straßen hungrig sind und so verlassen. Auch Has' und Igel auf der Flur und jede and're Kreatur - oft sind sie krank, verletzt und schwach - werden ohne ein schützend' Dach grausam und elendig verenden! Nur WIR können ihr Schicksal wenden. Den Namen "Mensch" wollen wir tragen? Dann müssen wir uns ernsthaft fragen sind Augen offen und die Herzen? Sind wir bemüht, um diese Schmerzen zu lindern? und sie zu erkennen? DANN dürfen wir uns "Menschen" nennen...
von Hilke Breckwoldt-Laun
Wenn es soweit ist...
Wenn es soweit ist... Bin ich dereinst gebrechlich und schwach, und quälende Pein hält ständig mich wach, was Du dann tun musst - tu es allein. Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Dass Du sehr traurig, verstehe ich wohl. Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll. An diesem Tag - mehr als jemals geschehn - muss Deine Freundschaft das Schwerste bestehn.
Wir leben zusammen in Jahren voll Glück. Furcht vor dem Muss ? Es gibt kein zurück. Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei. Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluss auch wenn es für Dich schwer sein muss. Und halte mich fest und red mir gut zu, bis meine Augen kommen zur Ruh.
Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen, es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen. Vertrauende Blicke ein letztes Mal - Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist, der Herr dieser schweren Entscheidung ist. Wir waren beide so innig vereint. Es darf nicht sein, dass Dein Herz um mich weint.
Autor unbekannt
Weihnachtskätzchen (lang aber sooo schön)
Ich hab an jene Winternacht auch später oftmals noch gedacht so viele Jahre liegt’s zurück als ich am Wege fand mein Glück
Kein Mensch kennt bisher die Geschichte von der ich euch sogleich berichte sie brachte Kummer mir und Freud ich spür’s im Herzen auch noch heut
Der Wind pfiff heulend um das Haus ein leises Jammern rief mich raus wo kam es her in dieser Nacht welch Schmerz nur hatte es entfacht?
Die Eltern saßen in der Stube so schlich ich mich als kleiner Bub zum Haus hinaus – nur kurz geguckt schon hatte mich die Nacht verschluckt
Der Schnee, er weht ins Gesicht ich sah die Hand vor Augen nicht doch lief ich los, am Wald entlang wo ich es schließlich frierend fand
Ein kleines Kätzchen saß im Schnee und zitternd schaut es in die Höh’ das Fell, es war schon eingeschneit und keine Mutter weit und breit
Es sah mich an, war ganz allein wie konnte das nur möglich sein? Wer hatte wohl in dieser Nacht das Kätzchen nur hierher gebracht?
Ich hob es zu mir in die Höh’ befreite es von Eis und Schnee trug’s schnell zu meiner Eltern Haus - und flog in hohem Bogen raus
Ein Tier im Haus – kommt nicht in Frage ich dulde keine Katzenplage drum setz sie sofort vor die Tür nur ich, mein Sohn, bestimme hier
Des Vaters Worte taten weh ich ihn noch manchmal vor mir seh’ er nahm das Kätzchen einfach fort ich weinte still und sagt’ kein Wort
So setzte er es vor die Tür ich haßte ihn so sehr dafür mau, mau, klang’s lang von draußen noch der Schmerz mir tief ins Herz ´reinkroch
Dann Stille – kein Miauen mehr ich fühlte mich verzweifelt, leer es war erlöst, fand Frieden nun und konnte ewig aus sich ruh’n
Dann schließlich kam die Heilignacht Geschenke wurden viel gemacht der Weihnachtsmann bracht Äpfel, Nüsse die Tanten schenkten feuchte Küsse
Die Fröhlichkeit, sie fiel mir schwer ich ging zu Bett, im Herzen leer ich mocht nicht feiern, wollt nicht spielen tat mich ganz schrecklich einsam fühlen
Der Schlaf kam bald in dieser Nacht als ich noch einmal kurz erwacht mein Vater hielt still meine Hand: Sieh’, was ich eben fand!
Der Weihnachtsmann hat’s wohl vergessen er kam zurück kurz nach dem Essen und meinte, dieses sei für dich ich dachte erst, da irrt er sich
Der Vater lachte, strahlt’ mich an ich heut’ mich noch erinnern kann in seinem Schoß, ganz klitzeklein saß mein geliebtes Kätzlein
Alexander Conradt 1950 Dt. Redakteur
Ein Uhr ist es in tiefer Nacht,
da hat sich die Katze aufgemacht.
Sie schleicht die Treppe hoch ganz sacht.
Auf weichen Pfoten, wie ein Traum,
und wandert leis von Raum zu Raum.
Doch niemand außer ihr mehr wacht.
Katherine Pyle |